„Europa muss seine sicherheitspolitische Naivität ablegen.“ Dies sagte Friedrich Merz im Juni 2025 beim EU-Gipfel zur Verteidigungsstrategie. Eine Aussage die exemplarisch für Merz´ Führungsstil steht. Seine Politik ist scharf, direkt, wirtschaftlich motiviert. Nicht alle mögen das, Frankreich und Spanien reagierten irritiert. Andere, so Polen und die baltischen Staaten, heißen den direkten Ton gut.
Zum Vergleich Olaf Scholz´ Statements aus seiner Amtszeit: „Wir müssen gemeinsam besonnen vorgehen und dürfen nichts überstürzen.“ Oder: „Deutschland wird seinen Beitrag leisten, in enger Abstimmung mit den Partnern.“ Schön formuliert, diplomatisch sanft, aber politisch oft wirkungslos, da inhaltslos.
Merz ist kein Charmeur, kein Unterhändler, kein Gamer…Er ist der Taktiker. Wie die Umsetzung auf der politischen Weltbühne aussieht, sehen wir im Folgenden.
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3 Gründe, wieso Merz ein guter Diplomat ist.
1. Klare Aussagekraft: Seit Mai 2025 ist Friedrich Merz nun Bundeskanzler. In einer Welt voller Unsicherheit bringt er genau das, was Olaf Scholz oft scheitern lies: Eine deutliche diplomatische Aussagekraft. Er spricht, ohne die Message dahinter zu verschleiern. Ein guter Diplomat muss differenziert sein, aber nicht verschwommen. Dies mag oft unbequem sein, verschafft ihm aber Charakter, und noch viel Wichtiger, Gehör und Anerkennung in Deutschland, sowie international.
2. Interessenbasierte Entscheidungen: Diplomatie heißt Interessen vertreten, nicht Stimmung machen. Merz verfolgt wirtschaftliche und geopolitische Ziele, ohne dabei zu Emotional zu werden. Dies mag für manche pragmatisch, manchmal sogar zu hart wirken, steht aber im Einmaleins des Diplomatenhandbuchs.
Emotionen sind schlechte Ratgeber in der Außenpolitik. Wer sich von moralischer Empörung leiten lässt, wird schnell unberechenbar und verliert das Vertrauen seiner Partner…Siehe Donald Trump. Merz dagegen bleibt kühl. Er trifft Entscheidungen, weil sie strategisch sinnvoll sind, nicht weil sie Applaus bringen.
So zum Beispiel beim G7-Gipfel in Kanada 2025. Hier machte er einen Milliarden-Deal mit Kenia für grünen Wasserstoff klar. Win-win auf der wirtschaftlichen Seite. Aber Menschenrechte? Kaum erwähnt. Diese Haltung mag man in Frage stellen… Merz ist aber nunmal Taktiker, kein Charmeur!
Er weiß, dass wirtschaftliche Stärke außenpolitisches Gewicht bedeutet. Doch er setzt Prioritäten. Und die heißen: Investitionen, Energie, Wachstum. Für Kritiker zu kühl. Für Wirtschaftler: überfällig.
3. Strategische Beziehungen bauen: Ein guter Diplomat denkt in übergeordneten Zielen und Netzwerken. Merz formt langfristige Allianzen, mit den USA, mit osteuropäischen Staaten, mit Wirtschaftspartnern. Seine Besuche sind feinsäuberlich kalkuliert.
So auch bei seinem Besuch bei Donald Trump im Oval Office, Anfang Juni 2025. Obwohl Merz, wie viele andere Weltpolitiker, nicht häufig Trumps Meinung teilen, weiß er um die Relevanz seiner Partnerschaft, gleichzeitig aber auch um die Schwierigkeit diese zu erlangen. Trump spielt sich seit Amtsbeginn wie ein rebellischer Teenager auf. Heute Hü, morgen Hott. Was hilft da? Richtig…Geschenke! Merz reist also mit durchdachten Geschenken an, analysiert vor Antritt vergangene Gespräche, was lief gut, was schlecht. Er entwickelt eine vollumfängliche Taktik.
Der Besuch, ein voller Erfolg. Trump findet Merz sympathisch, lädt ihn sogar ein, auf dem Anwesen im Gästehaus zu übernachten, eine seltene Ehre.
Merz verfolgt diese internationale Beziehung weil er weiß, dass Deutschland mit Trump umgehen muss, komme was wolle. Beziehungspflege ohne Illusion. Dabei nie zu schade, auch Komplimente auszuteilen und dem Gesprächspartner 90% des Redeanteils zu überlassen. Der Weg ist nicht das Ziel, nur die Ergebnisse müssen am Ende passten. Und die tun es!
Fazit
Friedrich Merz ist Taktiker! Er analysiert, plant, bleibt sachlich und ist auf klare Ergebnisse aus. Gleichzeitig pflegt er strategisch seine Beziehungen zu anderen Partnern. Seine politischen Ansätze oder Themen mögen dabei Kontroversen auslösen und nicht bei jedem auf Gefallen treffen. In Sachen Diplomatie, macht ihm allerding keiner so leicht etwas vor.
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